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Es ist ein ewiger Kreislauf nach Liebe Pt. 2

Schon lustig wie wichtig es ist Bestätigung zu bekommen. Manche brauchen es mehr, andere weniger zu hören wie toll sie sind. Aber egal wie sehr dich die anderen versuchen zu überzeugen, dass du gut bist so wie du bist, solange du es selber nicht glaubst bringt das ganze Lob nichts und wieder nichts.

Schon immer wollte ich wissen wie es ist in einem anderem Körper zu stecken, sich so zu fühlen wie eine andere Person, die Welt mit anderen Augen zu sehen, ein anderes Bewusstsein, andere Erfahrungen und Erinnerungen. Schon immer wollte ich wissen wie ich von außen wahrgenommen werde. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass uns das leider (bisher) nicht gegönnt ist. Eigentlich spielt das auch keine Rolle aber spannend ist es trotzdem. Die Frage ist ob wir durch dieses Erlebnis unsere Meinung über andere und über uns ändern könnten oder ob es das nur noch schlimmer machen würde.

So wie wir uns sehen, wie du sich siehst, wie ich mich selber sehe ist für niemand anderen zu verstehen. Alle haben andere Erwartungen oder Vorstellungen für dich, und selbst wenn man akzeptiert, dass ein Kompliment ehrlich und aufrichtig gemeint ist, heißt das nicht, dass man es auch glaubt, weil man eben von sich am meisten erwartet.

Warum erzähl ich das? Für euch war das jetzt nichts neues, weltbewegendes – ist es auch nicht gewesen. Worauf ich hinaus will ist, dass euer Glück nur von euch abhängig sein sollte, niemand kann euch helfen zufrieden mit euch zu sein, klar ihr könnt euch was einreden lassen aber ist das dann auch ehrlich? In dem Fall ist es abhängig von einer anderen Person – was ist aber wenn diese Person plötzlich verschwindet oder ihre Meinung ändert?

Über mich kann ich euch sagen, dass manche Tage besser als andere sind. Man redet sich gerne ein, dass man nicht gut genug ist aber dann erinnere ich mich, solange ich mich nicht akzeptiere, haben alle schönen, selbst die ehrlichsten Worte keine Bedeutung für mich.

Denn geht es euch durch diese Worte besser? Vielleicht kurzfristig aber wenn ihr nicht selber an euch glaubt, ist es langfristig nur eine Lüge die ihr euch selber aufbindet.

Ich spreche über dieses Thema, weil mir so oft auffällt wenn man anderen spricht, dass egal wie sehr man versucht zu erklären wie gut sie sind, sie einem vielleicht glauben wollen – aber nicht können. Deswegen sollte man natürlich nicht aufhören anderen die positiven Dinge zu sagen die einem beim anderen aufgefallen sind, ganz im Gegenteil, so wissen wir, dass wir nicht alleine sind – auch wenn wir das manchmal erst später begreifen.

Schon komisch wie angewiesen wir auf Liebe sind, doch es nicht übers Herz bringen bei uns selber anzufangen. – So fangen alle Probleme an – der Hass und die Intoleranz bei dem Krieg gegen alle und gegen uns selber – und daher fällt es uns auch oft schwer andere zu Lieben.

Und ich sehe das alles, sehe meine Mitmenschen wie sie unzufrieden mit sich sind und ihre Sorgen könnten mit einem einfachen ‚ich bin gut so wie ich bin‘ weg sein. Natürlich ist es in der Realität etwas komplexer. Aber ich glaube daran, dass es schon allein durch etwas mehr Akzeptanz sich gegenüber, es weniger Hass und mehr Liebe auf der Welt geben würde.

In Liebe

eure Hippie-Philosophin Emi

Es ist ein ewiger Kreislauf nach Liebe

Wir wollen sie haben
Kriegen sie nicht
Geben sie nicht
[doch erwarten welche zu bekommen]
Und verwandeln sie in Hass und Ignoranz
Kriegen sie immer noch nicht
Werden wütend
und beschuldigen alle anderen
dass sie uns die Liebe verwehren
Du kaust Kaugummi und guckst den Tauben beim kacken zu
und fragst dich was dir fehlt
[all you need is love]
Haben verlernt wie es ist bedingungslos zu lieben
Haben vergessen wie es ist geliebt zu werden
Haben ignoriert, dass der einzige Sinn nach dem alles ausgerichtet ist – Liebe ist
Warum ist es so schwer zu lieben?
Warum geht es nicht leicht von der Hand?
Leben sie?
Lieben sie?
Denn all you need is love

Immer wieder Sonntags

Wenn du an den Tod denkst

und er mit jedem Gedanken an ihn immer näher rückt
versuchst du dich davon abzulenken allen Möglichkeiten nach zu rennen

und dich auf das wichtige zu besinnen.
Nämlich: hab ich schon alles erledigt? – und wenn ja was muss ich noch erledigen?
Hab ich schon alles erlebt was es sich zu erleben lohnt?

Und auch das was sich nicht zu erleben lohnt?
Hab ich das schon alles erledigt?
Und wenn ja und wenn der Tod kommt um mich zu holen – was dann?
Was passiert dann ?
Ich würde mir wünschen, dass wir noch für einen Tag als Geister auf der Erde Mäuschen spielen könnten.
Das wäre schön ja.

Und dann ne Runde Karten mit dem Tod spielen, ganz zwanglos, ohne Empfangskomitee in der Welt der Toten ankommen.

Schön wäre wenn nicht alles sofort vorbei wäre.

Vielleicht, weil das Leben so schön ist, fällt es uns schwer uns davon zu trennen und, wenn wir doch wüssten was dann ist, wären wir beruhigt oder nur noch mehr deprimiert?
Und was haben wir nun davon, dass wir wissen, dass der Tod weiße Unterhosen mit roten Herzen drauf trägt und wir mit ihm und allen anderem toten in einer WG in der Unterwelt wohnen?
Geht es uns jetzt dadurch besser? Was hat das für eine Auswirkung auf unser Leben?
Und wenn nach dem Leben doch nur ein großes schwarzes Loch ist? Ist das dann schlecht?

Und warum müssen wir den Tod personifizieren, sowie Gott, warum stellen wir ihn uns als Person vor? Ist es so einfacher zu verstehen?

Was, wenn wir gar nicht sterben sondern sofort wiedergeboren werden?

Und was, wenn wir uns das mit dem Himmel und der Hölle ausgedacht haben nur um ne Vorstellung zu haben und wir eigentlich wissen, dass das nicht real ist, und ob es jetzt die Wahrheit ist spielt keine Rolle, weil es rein zur Beruhigung gilt – hat man dann weniger Angst? Und lebt dadurch entspannter? Ist es das wert?

Leben funktioniert nicht ohne Tod sowie gut nicht ohne böse sein kann aber heißt, dass das Tod das schlechte Gegenstück ist? Wie bei schwarz und weiß und Licht und Schatten oder sowie bei Yin und Yang.

leere becher und schnaps

Was von gestern Nacht noch übrig ist sind die leeren Plastikbecher und Schnaps.

 

Die Sonne schien bis um Mitternacht.

Die Hitze brachte uns Energie

und ließ uns nicht aufhören zu lachen. Wir standen zu zweit auf der unbefahrenen Straße, jeder mit einem Becher in der einen und einer Kippe in der anderen Hand.

Alte Zeiten und die Zukunft waren die Themen.

Als die Nacht endlich dunkel wurde, schien sie uns unendlich zu sein, wir fühlten uns unsterblich. Nichts schien in greifbarer Nähe zu sein, so als wären wir die einzigen Menschen auf dieser Welt.

Die Sterne erleuchteten uns und unsere Umwelt, außer unserem Lachen war nichts mehr relevant.

Es war der Höhepunkt dieser Nacht.

Hierauf kam der tiefe Fall ins Nichts. Das Gespräch wurde ernster, die Flasche leerte sich schneller.

Mit der Zeit wurden wir stiller

und die Nacht wurde heller. Die Blumen in den Beeten hoben ihre Köpfe

und die Fußgänger die die Fahrbahn an den Fahrbahnübergängen überqueren wollten

drückten munter die Ampelknöpfe.

Wir blickten zuerst um uns dann uns an, tief in die betrunkenen Augen

und gingen jeder wieder in seine Richtung.

Und übrig geblieben von dieser einmaligen Nacht sind nur die Becher und der Schnaps.

Krimi Zwischendurch – Kapitel 5: Verstecken und Fangen im Nebel

In der Zwischenzeit ist es früher Herbst geworden, die Tage wurden verregneter und kälter. Sie lagen nun schon eine Woche im Gebüsch aber nichts tat sich. Vermutlich hat der unsichtbare Kölner Wind von der Sache bekommen und entschied sich der Polizei noch nicht in die Falle zu gehen. Fast zwei Wochen hatte es keine neuen Vermissten gegeben. Die Presse schrieb, dass er Urlaub machte, irgendwo wo es wärmer war, vielleicht konnte er bei Regen nicht arbeiten.

Nach einer weiteren Woche wurde die Observation beendet – es wäre nur noch eine Verschwendung der Ressourcen, meinte Gabriel, so eine lange Pause hatte der Entführer noch nie gemacht. Man dachte schon er hätte genug gehabt, hatte seinen Spaß und beendete sein nächtliches Hobby. Valerie ließ aber noch nicht los. Sie war fest davon überzeugt, dass der Ort im Wald der Platz war, wo er seine Opfer hinbrachte und verbrannte. Sie dachte, er wolle alle anderen in Sicherheit wiegen bevor er wieder loslegte. Aber darauf fiel Valerie nicht rein – seitdem die Überwachung beendet wurde, ging sie jedes Wochenende in den Wald und genauso traurig wie es sich anhörte, so war es auch. Sie legte sich in ihr kleines Zelt, hinter riesigen Büschen mit ihrer Thermoskanne und schaute alle fünf Minuten durch ihr Fernglas. Sie war ganz alleine und es war nicht im Geringsten so aufregend wie in den Filmen immer gezeigt wurde und vor allem dauerte es in echt natürlich um einiges länger. Das hielt Valerie aber nicht davon ab ihren Job zu machen, für sie fühlte es sich richtig an. Niemand auf dem Revier wusste was sie jeden Freitag nach Feierabend machte und es durfte auch niemand wissen, weil wenn doch und sie ihn nicht schnappen würde, würde sie suspendiert werden; aber sie dachte, naiv wie sie war, wenn sie ihn schnappen würde, könnte man ihr ihren Fehler verzeihen und sie wäre die Heldin. Viel hätte, würde, könnte – das wusste Valerie auch, aber wenn man jede Woche eine freiwillige, unbezahlte Nachtsicht einlegte – überlegte man sich schon manchmal warum man das eigentlich machte.

Gleichzeitig war Limpa bei Adam auf seiner Ausstellung. Er hatte wieder neue Bilder, er war unglaublich fleißig in letzter Zeit. Die Muse küsste ihn jeden Tag aufs Neue und er malte und malte ununterbrochen. Limpa war zutiefst beeindruckt von seinem Talent – für sie wurde er jeden Tag besser und anscheinend empfanden die Kunstszene und die Kritiker genauso. Mehr und mehr Leute wurden auf ihn aufmerksam. Es kamen immer mehr Leute zu den Ausstellungen, die Bilder wurden für immer mehr Geld verkauft und mehr Zeitungen schrieben über ihn, seinen Erfolg und seine Kunst. Limpa fühlte sich geehrt und zehn Jahre jünger, wenn sie mit Adam zusammen war.

Eines Sonntagmorgens als die letzten Spätsommersonnenstrahlen ins Zimmer schienen, sprang Adam auf, holte einen Hocker aus der Küche, wickelte Limpa in ein Lacken, setzte sie auf den Hocker und zeichnete sie einfach so wie sie war: noch ganz verschlafen, ungeschminkt, nicht angezogen und mit zerzaustem Haar.

„Du bist so wunderschön.“, hauchte er während er kurz innehielt.

„Deine Augen funktionieren morgens wohl noch nicht so gut.“, Limpa lachte.

„Nicht bewegen!“

„Ich bitte um Verzeihung, Meister.“

Adam achtete nicht weiter darauf was sie sagte, sondern malte einfach weiter, wie in Trance, als würde der Bleistift sich von selber bewegen. Für ihn war Limpa an diesem Morgen das schönste Geschöpf auf Erden.

Auf der Ausstellung standen die beiden vor dem Bild – eine Bleistiftzeichnung, auf einem Blatt aus einem Zeichenblock, in einem viel zu großen schwarzen Rahmen.

„Was denkst du?“, fragte er sie.

Limpa ging näher zum Bild und strich sanft über das kleine Schild neben dem Bild, auf dem Name, Preis und Datum standen.

„Eva. Du hast es Eva genannt. Eva von Adam, so als hättest du mich erschaffen.“, sie wirkte abwesend. Adam grinste und schaute sie aufmerksam an.

„Aber gefällt es dir?“, hackte er nach.

„Ich bin Polizistin, genauer Kommissarin und du hast mich hier in aller Öffentlichkeit entblößt. Ich müsste empört sein aber ich kann nicht – es ist zu schön wie du mich siehst.“, gedankenverloren betrachtete sie das Bild noch eine ganze Weile.

Erst als sie zu sich kam, wagte Adam zu antworten: „Niemand wird wissen, dass du es bist, mit den Haaren im Gesicht erkennt man dich doch gar nicht.“

„Warum musst du es verkaufen?“

„Du willst es haben?“

„Aber willst du es nicht behalten?“, aus dem Augenwinkel beobachtete sie ihn.

„Kunst ist da um geteilt zu werden, um betrachtet zu werden, um sich daran zu erfreuen, um der Welt etwas von sich zu geben. Du weißt, dass ich jedes Bild verkaufe. Ich kann nicht arbeiten, wenn irgendwas Fertiges, mit Energie behaftetes noch irgendwo rumsteht.“

„Und wenn es jemand kauft, dann sehen es doch nur wenige Privatpersonen.“

„Vielleicht kauft es ein Museum.“, er zuckte mit den Schultern.

„Warum kann es nicht hierbleiben?“

„Ich muss doch auch Geld verdienen.“, Adam lachte.

„Tust du das nicht genug?“

„Ich habe das Gefühl Eva wird mein Durchbruch.“

Limpa war zwar nicht zufrieden damit, dass jemand Fremdes dieses intime Bild von ihr kaufen könnte aber sie fühlte sich geschmeichelt und erregt von Adams zarten Worten.

Die tapfere Valerie Topika, Kommissarin seit vier Monaten, im Revier seit zwei Jahren, studierte Kriminologin, lauerte in ihrem Zelt. Die Stunden vergingen langsam, es wurde nicht wirklich hell und ein dicker, tiefer, feuchter Nebel legte sich über den Wald. Valerie konnte nicht mal den Fluss zwanzig Meter entfernt sehen, sie hörte nur das Plätschern des Wassers. Es war geisterhaft, Valerie musste zugeben, dass sie Angst hatte. Sie war aufgeregt, irgendwas beunruhigte sie im inneren, sie wusste nur noch nicht was es war. Es war zwar noch früh, halb sechs, aber sie rief Gabriel trotzdem an und bat ihn zu kommen. Sie versuchte sich derweilen zu beruhigen und sich auf einen möglichen Zugriff vorzubereiten, auch wenn Gabriel ausdrücklich verboten hatte alleine zuzuschlagen. Sie atmete nur noch flach und das Blut pochte ihr im Hals. Links von ihr hörte sie ein Geräusch, sie konnte die Quelle aber nicht identifizieren. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich keine Angst mehr zu haben. Es war ein Auto welches behutsam nach hinten fuhr und nun sah sie auch die Rücklichter. Valerie lauschte aufmerksam den schweren Schritten, die jetzt deutlich zu hören waren. Sie packte ihre Waffe noch fester. Wegen des Nebels konnte sie nichts erkennen. Sie traute sich nur zögernd aus ihrem Zelt, aber wenn sie ihn nicht sehen konnte, konnte er sie auch nicht sehen. Richtig? Etwas Schweres fiel zu Boden, die Schritte gingen nochmal zum Auto, holten etwas aus dem Kofferraum, Valerie vermutete einen Kanister Benzin, mit dem er die Leiche noch brennbarer machte. Sie wartete nicht mehr lange, es war so weit, sie rannte los und erblickte endlich den unsichtbaren Kölner. Für den Bruchteil einer Sekunde war Valerie versteinert. Eine Million Gedanken schossen durch ihren Kopf – Was mach ich hier? Was soll ich tun? Wie rennt man? Warum stehe ich noch? Krieg ich ihn? Was wird Limpa sagen? Was wird Gabi sagen? Krieg ich Ärger für meine Aktion? Komme ich heile davon? Kommt er heile davon? – Das gab ihm natürlich eine Möglichkeit zum Reagieren. Er drehte sich um, ließ den Kanister fallen und lief den Fluss entlang.

„Stehen bleiben! Polizei! Sie sind verhaftet! Bleiben sie sofort stehen!“, Valerie schrie so laut und so lange es ihr beim Verfolgen möglich war. Außer ihrem Geschrei war aber nichts zu hören – es war totenstill. Valerie blieb kurz stehen und versuchte zu horchen wo er hingelaufen ist – aber nichts – es war wie auf Lautlos gestellt. Sie atmete aus, beugte sich über und stütze sich mit den Händen an den Knien ab. In der Ferne kam ein Geräusch auf, was immer lauter wurde – Sirenen – Gabi. Sie packte ein erneuter Funke Hoffnung, jetzt wo sie nicht mehr alleine war. Sie mobilisierte neue Kräfte und stürzte wieder hinterher. Sie rannte am Fluss entlang um sich nicht zu verirren. „Vermutlich würde er das auch so tun. Sein Auto nämlich stand genau in der entgegengesetzten Richtung und so blöd zurück zu kehren wird er nicht sein. – Also ohne Auto keine Flucht. Was bleibt ihm also übrig? – Sich zu verstecken. Vielleicht ist er doch querfeldein gelaufen und wartet bis wir weg sind.“, dachte sie.

„Val wo bist du?“, Gabi rief an.

„Gabi! Gott sei Dank! Ich bin den Fluss entlanggelaufen. Er wird sich hier im Wald verstecken. Schick mir Verstärkung.“

„Du bist wahnsinnig. Valerie warte auf uns!“

Da hatte sie schon aufgelegt. Sie entfernte sich vom Fluss und schlich langsam in den Wald hinein. Es wurde zwar heller, doch der Nebel wurde nur dichter. Nach fünfzehn Minuten hatten sie drei Beamte eingeholt und gemeinsam gingen sie in zehn Meter Abständen zueinander und mit Taschenlampen ausgerüstet immer tiefer in den Wald. Und nach einer weiteren guten Stunde entdeckten sie ihn schließlich hinter einem Busch, als würde er auf sie warten, er hatte wohl seine Möglichkeiten durchdacht und entschied, sich zu ergeben. Valerie verhaftete ihn, ohne jegliche Weigerung seinerseits. Keine Spektakuläre Flucht, keine Verfolgungsjagd, keine Schießerei, keine Geiseln – als hätte er aufgegeben und nichts mehr für was es sich noch zu rennen lohnt. Seine Rechte wurden ihm verlesen und nun hatten sie einen fast zweistündigen Marsch zurück vor sich. Valerie war schon ganz neugierig auf das was er zu erzählen hatte, sie wollte ihn am liebsten sofort verhören aber sie wusste sie würde ihre Chance noch kriegen und so schwiegen sie den größten Teil der Strecke. Der nun doch nicht so unsichtbare Kölner grinste die ganze Zeit debil vor sich hin und ab und zu pfeifte er ein kurzes Liedchen.

„Welchen Grund hast du so fröhlich zu sein?“, Valerie war genervt, dass er immer noch die Überzeugung hatte, dass er hier die Macht hatte.

„Es ist doch ein wunderschöner Morgen.“, er atmete laut aus.

„Was war der Grund für deine lange Pause? Wir haben dich schon vermisst.“, sie versuchte mitzuspielen.

„Urlaub.“, sagte er ganz ernst.

„Darf ich wissen wie du heißt?“

„Gefällt dir unsichtbarer Kölner nicht?“

Valerie verdrehte die Augen: „Wie du willst, aber früher oder später wirst du alles erzählen.“

Er flüsterte: „Kommissarin das glaube ich auch.“

Val sah ihn so von der Seite an und dachte darüber nach, dass er der perfekte Bilderbuch Serienkiller war– die Presse wird sich um ihn reisen. Sie sah die Filmplakate in Hollywood schon vor sich: Der unsichtbare Kölner ab Sommer im Kino.

Die Sonne ging auf und der Nebel verzog sich. Sie brachten ihn aufs Revier in den zweiten Verhörraum. Valerie und Gabriel standen davor und füllten Papierkram aus.

„Valerie du bist doch verrückt!“, Gabriel war sichtlich außer sich.

„Ist doch nichts dabei.“, sie verkneifte sich ein Grinsen.

„Du hättest sterben können.“

„Gabi warum so dramatisch? Er war nicht mal bewaffnet und ich war auch nicht alleine.“

„Er ist gefährlich. Du siehst doch selber wie er drauf ist.“

„Ich bin auch Gefährlich Gabi. Du traust mir zu wenig zu.“

Er warf die Hände in die Luft, drehte sich um und ging sich einen Kaffee holen.

Augenblicklich schlummerte Limpa neben Adam, auf der Ausstellung wurde es etwas später als erwartet, sie fielen erst vor kurzen erschöpft, glücklich und beschwipst ins Bett. Es war ein großer Erfolg – fast alle Bilder wurden verkauft. Die Gäste waren begeistert. Und in der fröhlichen träumerischen Stille klingelte plötzlich das Handy von Olimpia Wolf.

„Val was ist?“

„Wir haben ihn.“

Limpa fuhr blitzschnell hoch. Vollkommen entsetzt blickte sie auf Adam der süßlich lächelnd neben ihr schlief.

 

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