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angenehme leidenschaft und nachgeahmter schmerz

Das kann auf so viele Dinge in unser heutigen Zeit übertragen werden, dass es fast schon gruselig ist wie sehr Friedrich Nicolai Recht hatte. – Musik, Film, TV, Social Media, fucking Gesellschaft, Leben (?)
Im Mainstream soll alles leichte Kost sein, ablenken von der Wirklichkeit oder die Wirklichkeit nur durch einen Filter zeigen.
Nachgeahmter Schmerz – wir sollen schon gerührt werden, aber das was wir sehen ist nachgeahmt und das was wir fühlen ist auch nachgeahmt – keine Katarsis – keine Reinigung. Entertainment ist das Stichwort – genau dieser Anspruch – es soll uns unterhalten, diesen zu kritisieren, weil er darüber hinaus nichts leistet wäre blöd. Darum geht es auch nicht, es gibt genauso auch gute Musik und Filme etc. welche sich mit relevanten Themen auseinander setzten – oder anders gesagt – wirklich berühren. Darum soll es auch gar nicht gehen. Es geht darum, dass die Leute (mich eingeschlossen) sich lieber irgendwas gehirnentspannendes reinziehen (was manchmal auch echt einfach nötig ist), als sich mit der Realität, mit dem echten Leben, mit seinen eigenen und den Problemen der Welt zu beschäftigen.
Kurz gesagt sind wir einfach bequem – nicht im Sinne von faul, sondern es ist einfach bequemer angenehme Leidenschaft und nachgeahmten Schmerz als unangenehme Leidenschaft und echten Schmerz zu empfinden.

absurde menschen

Wie absurd ist das denn, dass jemand uns lieben kann, aber wir uns selber nicht.
Wir akzeptieren uns selber nicht – aber warum können das andere doch? Warum können wir andere akzeptieren, obwohl sie nicht besser sind als wir? Wenn man so darüber nachdenkt ist das doch bescheuert. Warum ist das so?
Und wir sind so deep in dieser Wäschetrommel drin, dass uns das Problem gar nicht auffällt. Wir meckern über uns selber – aber ändern nichts, wir lieben – werden geliebt – fühlen uns aber nicht geliebt, verstehen nicht warum uns jemand lieben kann, obwohl wir doch so scheiße sind, haben Angst uns zu binden, weil es könnte ja auch alles kacke werden, haben Angst Nähe zuzulassen, weil wir könnten ja verletzt werden.
Und wir checken einfach nicht, dass das alles damit anfängt, dass wir uns verfickt nochmal selber nicht lieben – können. Und warum? Vielleicht ist es doch so, dass wir früher zu wenig oder falsch geliebt wurden, i don‘t know.
Und wir wissen auch nicht wie man das ändert, denn anscheinend reicht es nicht aus geliebt zu werden. Sollte es nicht reichen die Kraft aus sich selber zu nehmen und bei sich selber anzufangen? Liebe zu sich sollte nicht abhängig von anderen sein.
Wir denken, irgendwo wahrscheinlich akzeptieren wir uns ja schon so wie wir sind und liven unser life aber eigentlich, wenn es dunkel wird, wenn wir alleine sind, kurz vor dem Schlafengehen, da denken wir, wie wir es einfach nicht wert sind und was wir für Fehler haben.
Es ist zwar gut, sich seinen schlechten Seiten bewusst zu sein, aber die Medaille hat immer zwei Seiten – du hast auch eine gute Seite.
Und wenn du den unnötigen Hass auf dich nicht loslassen kannst, wirst du dich immer schlecht fühlen.
Du bist doch auch nur ein Mensch.
Das was wir tun ist wunderbar – klar man kann immer mehr tun, aber wenn du es nicht tust, bist du nicht gleich n schlechter Mensch.

Ich hader auch oft mit mir selber, aber manchmal sieht man Leute und denkt sich, das sind gute Leute, aber die Leute wissen es einfach nicht.

Das ist für euch Leute – ihr seid gute Leute.

(Ich hab schon oft über Selbstakzeptanz geschrieben und ich weiß selber wie ausgelutscht das Thema ist. Die Sache ist, ich frage mich halt immer woher kommt dieses chronische nicht-zufrieden-mit-sich-sein?
Irgendwie ist es einfacher einfach alles scheiße zu finden. Generell fällt mir auf, wenn irgendein Aspekt, ein Teil falsch oder schlecht ist – dann ist immer direkt alles schlecht und gut ist es nur, wenn alles perfekt ist. Ich muss jetzt schon mit meinen Formulierungen aufpassen, weil das mag schon seine Berechtigung haben – man muss ja nicht alles (bezogen auf Situationen, Dinge, Menschen, die Welt – einfach alles) feiern was nur halbgar ist – ich feier auch nicht jeden Song nur, weil er ne catchy Melodie hat (wobei das eher Geschmacksache ist, also schlechtes Beispiel) – das ist alles klar. Aber man muss auch nicht alles verteufeln und auch die kleinen Fortschritte sehen oder mal das große Ganze, ohne die kleinen Makel (außer es ist wirklich scheiße, dann sollte man es nicht gut-reden – die goldene Mitte macht’s.) Ich weiß ich rede mega platt, sehr geschwollen und nicht tiefgründig, alles was ich sage ist obvsly. Bloß wollte ich das wenigstens einmal aufgeschrieben haben – sonst platze ich. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.)

Vieles was hier passiert ist einfach Käsekuchen, aber umso schöner sind die kleinen Baisers und großen Schwarzwälderkirschtorten.

#makelovenotwar
#mehrschwarzwälderkirschundwenigerkäsekuchen

das gute leer

Nichts liegt mir wie ein Schleier vor meinem geistigen Auge, alles ist offen und leer – das gute Leer, was sich in Null-Komma-Nichts in etwas Neues verwandelt.

Ich glaube, mein Gehirn macht manchmal einfach mal ein Reset und macht meinen Kopf leer. Wenn alles zu viel wird, um Platz für Neues zu schaffen – der Kopf fühlt sich dann so leicht an, wie eine Wolke. Es ist so viel Raum für neue Ideen und endlich inspiriert mich wieder alles – alles was ich sehe, höre, fühle, rieche, schmecke. Und ich könnte die ganze Zeit schreiben. Ohne nach zu denken, gleitet der Stift von ganz alleine über das Papier. Das liebe ich am meisten daran, man schreibt und schreibt, weiß gar nicht mehr was man schreibt. Es fühlt sich so natürlich an wie alles fließt. Es fühlt sich wie atmen an, als würde man durch den Stift Sauerstoff in die Lungen pumpen.

großstadttauben

Sie humpeln mit einem oder anderthalb Füßen auf dem Betonboden und picken jeden Krümmel auf, der den Touristen runter fällt.
Vorwurfsvoll schauen sie dich an, wenn du auf deinem Handy tippst.
Ignorant fliegen sie über die Köpfe hinweg und kacken überall hin.
Gelangweilt bewegen sie sich in der Landschaft und umgehen geschickt die spitzen Zacken, auf den Oberflächen, die am Bahnhof extra für sie montiert wurden.
Vermehren sich ungalant auf Neonleuchtreklameschildern.
Sinnbild für unsere in Städten lebende Gesellschaft – kacken da, wo sie fressen, Konsum, Konsum, Konsum, werden geduldet – aber nicht toleriert, stehen im Weg, tragen nichts bei, Leben in den Tag, denken dabei nicht an Morgen, leere Augen, kühler Blick, interesseloses Auftreten, nichts ist ihnen wichtig und doch hüpfen sie manchmal auf und ab – ja kann das Freude sein?

falsche medizin

Sie sehnt sich nach Liebe.
Deswegen handelt sie nicht immer klug.
Sie zehrt sich nach Zärtlichkeit.
Schaltet Systeme aus und Naivität lässt sie handeln.
Man kann es ihr jedoch nicht verübeln.
Denn so lange wurde ihr Aufmerksamkeit verwehrt.

Jede kleine Berührung nimmt sie dankend an.
Und lässt sie in den Himmel steigen vor Glück.
Jede verwehrte Gefälligkeit schickt sie in die Hölle.
Und heilen kann sie auch kein Liebestrank.
Ihre Wunden, tief im Herzen, sind irreparabel.
Denn was sie für Liebe hält – hat mit ihr recht wenig zu tun.

Sie denke sie wisse was sie bräuchte.
Aber eigentlich hofft sie, irgendwie die Symptome zu bekämpfen, wie Müdigkeit mit Red Bull – anstatt zu schlafen oder wie ein gebrochenes Bein mit einem Fußbad oder wie leere Batterien einer Fernbedienung mit drauf hauen – anstatt sie zu wechseln. (Der Unterschied ist nur, dass ein Wieder-gesund-werden bei ihr nicht einfach so geht.)
Und doch fragt sie nach tausend Küssen und unzähligen Umarmungen für das verkrüppelte Herz in ihrer Brust.